Aktiv durch und nach der Schwangerschaft

Gerade komme ich nach Hause von einem Lauf mit meinem Sohn Frederik. Seit einem knappen Jahr  „läuft“ er regelmäßig in meinem Laufkinderwagen von Thule mit mir mit. Und das mit Freude. Von Anfang an. Schlafen oder kucken, erst kucken, dann schlafen. Egal. Im Kinderwagen ist Frederik froh – und ich bin es auch. Denn ohne Sport würde es weder Frederik noch mir so gut gehen, wie es uns geht. Dieser Ausgleich ist so wahnsinnig wichtig. Aber von vorne.

Als der Schwangerschaftstest zwei Streifen zeigte war die Freude riesengroß. Ein Baby! Wunderschön. Mit diesem Tag hat sich das Leben wahnsinnig verändert, denn plötzlich denke ich nicht mehr nur an mich sondern auch immer an dieses kleine Wesen, das da in mir heranwächst. Also fange ich an mich zu informieren über Bewegung in der Schwangerschaft und wie ich meinem Baby und mir Gutes tue. Das Web ist voll von Infos. Daher höre ich online gleich wieder auf zu suchen und konsultiere nur meine Hebamme und meine Frauenärztin dazu. Kurz gesagt ist die Empfehlung recht einfach: höre auf Dein Gefühl! Sport ist gut für Frau und Kind, solange die Intensität gering bis moderat ist, keine neuen Sportarten angefangen werden und die Schwangerschaft problemlos verläuft. Als ehemalige Leistungsläuferin ist Laufen für mich kein Problem, bis zur 20. Woche laufe ich noch 4-5x pro Woche. Dann verschiebe ich meine Bewegung mehr und mehr ins Wasser, gehe Schwimmen und Aquajoggen. Meine Erfahrungen aus dieser Zeit sind ganz klar: jede Frau, jede Schwangerschaft ist anders und daher kann man keine Empfehlung abgeben. Dein Gefühl hat oberste Priorität!

Nach der Geburt habe ich kein unbedingtes Sportbedürfnis, der Fokus liegt voll und ganz auf dem kleinen Schatz. Ein bisschen spazieren gehen, ein bisschen Fahrradfahren, das reicht in den ersten Wochen völlig aus. Nach 7 Wochen habe ich so große Lust auf lockeres Joggen, dass ich 20 Minuten laufe. Danach merke ich aber am Beckenboden, dass es noch zu früh ist. Erst nach 12 Wochen ist es dann so weit und ich fühle mich wieder rundum stabil und bereit für mehr Training.

Anfangs ist es nicht so leicht Zeit für sich zu finden, doch ich kann Dich nur dazu ermutigen nach Zeitfenstern zu suchen. Diese kleinen Mäuse vereinnahmen uns sehr – und das ist ja auch schön. Über kurz oder lang ist es aber auch wichtig, sich wieder um sich zu kümmern. Es ist so wichtig für Kopf und Körper wieder Zeit für sich selbst zu finden. Besonders anfangs reichen kurze Einheiten von nur 20-30 Minuten. Das regt den Stoffwechsel an, hilft dem Körper sich wieder zu erholen und zu stabilisieren und ist für alle eine wichtige Pause. Für mich waren diese 25 Minuten oft wie früher 2 Stunden unterwegs zu sein. Ich habe mich wieder so erholt gefühlt, mich auf mein Baby gefreut und war vom Kopf wieder befreit.

Laufen mit dem Thule Urban Glide

Die Kleinen zum Laufen mitzunehmen finde ich super. Frederik habe ich so ab 3-4 Monaten im Thule Urban Glide mitgenommen. Er lag bequem im Bassinet und auf geteerten Wegen war es auch von den Erschütterungen überhaupt kein Problem. So habe ich meinen Sport mit seinem Schlafen verbunden. Wir hatten frische Luft und das tut beiden gut. Ein guter Sportkinderwagen macht das problemlos möglich. Ich rate Dir darauf zu achten, dass der Wagen eine gute Federung besitzt, am besten drei Räder mit einem langen Radstand hat und er möglichst leicht ist. Dann kannst Du fast wie gewohnt joggen gehen und die Kleinen sind sicher und gut aufgehoben. Oft habe ich das Joggen auch mit ein paar Fitnessübungen im Park verbunden, wenn der Kleine dann geschlafen hat. Ein Miniband habe ich dann z.B. einfach in den Wagen unten reingelegt und für 10-20 Minuten meine Übungen gemacht. Selbst ein Tempotraining auf der Tartanbahn ging gut, denn irgendjemand aus der Laugruppe ist immer in der Nähe gewesen und so konnte ich bald wieder in ein intensives Training einsteigen. Manchmal habe ich mich auch nach einem Termin in der Stadt kurz umgezogen oder hatte gar schon eine sportlich-schicke Tight an und meinen Sport-BH drunter. Schöne, sportliche Kleidung passt sowieso zu einer aktiven Mutter und sieht auch im Alltag super aus. Ich wurde häufiger darauf angesprochen – im positiven Sinne. :-)  Meine restlichen Sachen habe ich einfach unten in den Jogger gelegt und bin mit einem Umweg nach Hause gelaufen. Man wird überaus effizient als Mama. :-)

© Thule

Zu wenig Milch durch Sport?

Viele Mamas umtreibt auch das Thema, dass sie durch den Sport vielleicht zu wenig Milch zum Stillen haben würden. Hier kann ich nur sagen, dass ich die Erfahrung gemacht habe, dass ein moderater Laufeinstieg und ein kontinuierliches Steigern von Umfang und Intensität bei mir zu keinem Abfall der Milchmenge geführt haben. Natürlich ist die Grundlage, dass Du ausreichend isst und trinkst. Ein Gewichtsverlust sollte langsam passieren und daher habe ich besonders darauf geachtet, dass ich anfangs nicht zu viel an Gewicht verliere. Das Stillen war mir immer wahnsinnig wichtig, sodass ich lieber ein paar Extra-Kilos in Kauf genommen habe. Erst als ich mit sechs Monaten nicht mehr voll gestillt habe gingen ganz von selbst ein paar Kilos runter. Und mit dem Abstillen zum ersten Geburtstag war ich kurz darauf da, wo ich vor der Schwangerschaft war. All das ohne Diät und Stress. Nur durch Bewegung und eine allgemein ausgewogene Ernährung ohne Verbote.

Daher, liebe Mamas: Bewegt Euch. Fühlt Euch wohl. Nehmt Eure Schätze mit zu Eurem Sport und verbiegt Euch nicht zu sehr. Ein Leben mit den Kleinen ist so wunderschön. Und am schönsten ist es, wenn sie Teil unseres Lebens sind und nicht die Kleinen unser Leben sind.

Habt eine schöne Zeit – und genießt die Bewegung.

Alles Gute,
Eure Ingalena mit Frederik