Nordic Walking Tipps von Anke Faller

Anke Faller ist die erste Nordic Walking Trainerin Deutschlands und Expertin im Bereich Bewegung und Ausdauersport. Durch ihre Erfahrung als Beraterin in der Sportindustrie, hat sie wertvolle Tipps für Anfänger und Fortgeschrittene, die durch Nordic Walking ihre Leistungen verbessern wollen.

 

Anke Faller

 

1. Warum machst du Nordic Walking und wie bist du dazu gekommen?  

Mit Nordic Walking habe ich einen Sport gefunden, mit dem ich meinen ganzen Körper trainieren kann und vor allem dosieren kann; von gesellig bis sportiv ist alles möglich. Mein Mann hat mir im Jahre 2000 die Sportart aus Finnland mitgebracht. Er selbst war Biathlet und hat jeden Sommer im Leistungssport mit Stöcken trainiert. Ich komme aus der Leichtathletik (Mehrkampf) und wollte eigentlich keinen Ausdauersport mehr machen. Nordic Walking hat mir diese Welt wieder geschenkt – vor allem durch die Bewegung draußen.

2. Warum fördert gerade Nordic Walking unsere Gesundheit?

Dadurch, dass wir diesen Sport dosieren können, überlasten wir unseren Körper am Anfang nicht. Wir trainieren Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit und die Koordination. Es gibt nicht viele Sportarten, die dies so vereinen. Sanft an einen Sport herangeführt zu werden, ist der richtige Weg um auch dabei zu bleiben!

3. Für wen ist Nordic Walking besonders geeignet?

Für jeden! Von 6 Jahren an bis hin zum unbegrenzten Alter. Kinder lernen spielerisch Ausdauer und Koordination und im weiteren Lebensweg macht es Sinn seinen ganzen Körper zu trainieren. Vor allem der Rücken ist ein Thema, der immens von dieser Art von Sport profitiert! Außerdem wird der Fettstoffwechsel angeregt und ich denke, da fühlen sich viele angesprochen, da das Thema Gewicht in vielen Köpfen verankert ist.

4. Was empfiehlst du besonders Nordic Walking Anfängern?

Die richtige Einweisung ist natürlich wichtig, um die Effektivität kennenzulernen. Es gibt Sportvereine, die Nordic Walking anbieten, aber auch Physiotherapiepraxen und Fitnessstudios. Die Stöcke sind Sportgeräte und keine Gehhilfen, daher sollten sie richtig eingesetzt werden. Es gibt methodische Übungen, um die Effektivität des Stockeinsatzes zu optimieren.

5. Ist Nordic Walking auch etwas für Läuferinnen und andere Ausdauer-Sportlerinnen?

Natürlich! Der Läufer hat manchmal Defizite in der Rumpfstabilität und beim Nordic Walking wird der komplette Oberkörper trainiert sowie vor allem die Arme. Der Läufer kann mit den Stöcken sein Training variieren: von Grundlagenausdauer/ Ganzkörpertraining bis hin zu einer hochintensiven Einheit im kupierten Gelände. Wie schon gesagt, Nordic Walking hat seinen Ursprung im Leistungssport/ Sommertraining der Langläufer und Biathleten.

6. Gibt es verschiedene Techniken beim Nordic Walking?

Es werden mittlerweile sehr viele Techniken angeboten, meine Empfehlung liegt im Ursprung der Technik, da diese am effektivsten  und trotzdem individuell auf den Sportler ausgerichtet ist.

7. Welche Fehler kann man besonders zu Beginn beim Nordic Walking machen?

Man sollte nicht gleich aufgeben! Wichtig ist natürlich die richtige Stocklänge, um die Technik effektiv anwenden zu können und damit man etwas spürt. Hierzu gibt es 2 wichtige Gesichtspunkte: 1. Körpergröße x 0,68  und 2. die Schrittlänge, die man gehen kann. Bei Einschränkungen wie Knie- oder Hüftproblemen nimmt man eher 5cm kürzer, bei einem gesunden Körper kann man die Regel 1 nutzen. Je aktiver die Schrittlänge, desto effektiver kann die raumgreifende Technik vom Oberkörper ausgeführt und dadurch mehr Muskelgruppen und natürlich auch der Herzmuskel angeregt werden.

8. Welches Equipment benötigt man als Nordic Walker?

Erstmal natürlich die Stöcke. Hier sollte man sich beraten lassen, welches Schlaufensystem des Stockes für einen am angenehmsten ist. Dies wird oft nicht beachtet, jedoch ist eigentlich die Schlaufe das Trainingsgerät, da man hier die Spannung für den Oberkörper aufbaut. Wichtig zudem sind die Schuhe: hier empfehle ich sogenannte Trailrunningschuhe, da man eine gewisse Führung des Schuhes erhält und eine Profilsohle für die Waldwege hat. Sehr wichtig ist außerdem eine klimaregulierende und bequeme Bekleidung, die einem in allen Wettersituationen hilft, Spaß an der Bewegung in der Natur zu haben und für das Wohlfühlen auf der Haut. Zum Motivieren ist auch ein pulsgesteuertes Aktivitätsband zu empfehlen, da man sich hier noch ein Lob abholt, wenn man trainiert hat. Mit der richtigen Ausrüstung bleibt man eher am Sport. Natürlich kann man erstmal mit den Stöcken beginnen und sich nach und nach ausrüsten. Der Start ist mit keiner hohen Investition verbunden und das Beste ist, dass man die frische Luft und die Schönheit der Natur GRATIS bekommt!

Mehr Tipps, Informationen zu Couchings und Eventtermine von Anke Faller findet ihr auf www.ankefaller.de.

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